Sinai Landkarte Reisen im Sinai


Die Halbinsel Sinai ist eine der vielfältigsten Wüsten: hohe, stark zerklüftete Felswände, farbenprächtige Schluchten mit reliefartigen Gemälden aus verschiedenfarbigen Steinschichten, dazwischen kleinere und grössere Oasen. Stachelige Akazien und Dattelpalmen sind die landschaftsprägenden Bäume. Trotz der kargen Vegetation leben hier Steinböcke, Füchse, Echsen und Dorcas-Gazellen. Felsmalereien aus der Zeit der römischen Legionen und Salzabbaustätten der Beduinen zeugen von Jahrtausende alten Leben. Der Sommer, von Mai bis Oktober ist heiss und trocken. Wegen der minimalen Luftfeuchtigkeit ist die Hitze sehr gut verträglich. Der Winter von November bis April ist angenehm kühl, die Nächte sind kalt.

Sinai


Stell dir ein Land vor, in dem Wind und Sonne allgegenwärtig sind in ihrer Macht und die Steine dir ihre Geschichte erzählen. Die Geschichte von der Langsamkeit der Zeit in der sich Empfinden verändert und ein Atemzug ein Millennium dauert. Und du spürst diese Zeitlosigkeit, in der alles einfach da ist, wie es schon immer da war.
Deine Sinne konzentrieren sich auf Sehen, und sprachlos betrachtest du die Unendlichkeit des Wüstenhimmels. Nachts bekommen die Sterne eine neue Bedeutung für dich.
Und du lauschst den fremden Klängen der Sprache, in der die Beduinen am Feuer ihre Geschichte rezitieren. Du verstehst deutlich, wovon sie berichten, denn du fühlst ihre Liebe zu der Stille in diesem Land. Du hattest fast vergessen, wie einfach es ist zu leben. Hier erinnerst du dich wieder. Jede Faser dieser kraftvollen Natur nimmt dich auf als einen Teil von ihr. Und je ungebundener dein Gedankenfluss wird, desto empfänglicher wirst du für diese Kraft, die hier so grosszügig verschenkt wird: Rauhe Felsen treffen auf farbenprächtige Korallenriffe, die Wüste endet im Meer, mächtiger Granit trägt weichen Sandstein und Kalksteinschichten verstecken Fossilien aus Anbeginn der Zeit.
Dies ist das Land, welches den Namen der Mondgöttin trägt.... SINAI

Leere, grosse und weite Einöde, das ist der Sinai eigentlich. Leben gibt es durch die Beduinen, die "Herren der Steinwüste" - auf Kamelen ziehen sie unablässig immer weiter. Doch die Traditionen vermischen sich langsam mit der Moderne. Viele Nomaden haben ihr unstetiges Leben dem sesshaften geopfert. Da eine Existenz mit Viehzucht nicht mehr möglich ist, Gründe dafür sind: Sesshaftigkeit, Klimaveränderung, kein Wasser und folglich keine Nahrung für Tiere, verkaufen sie Beduinenschmuck, Stoffe und Tee an interessierte Touristen.

Die Wüste und das Meer sind die zwei beherrschenden Elemente des Sinai, häufig treffen sie aufeinander und bilden grossartige Landschaften von unvergleichlicher Schönheit. Die Sinai-Halbinsel umfasst den Asiatischen Teil Ägyptens. Ihre Form ähnelt einem Dreieck. Sie ist knapp 60'000 qkm gross. Seit Arabien sich vor etwa 70 Millionen Jahren von Asien trennte, verbindet der Sinai die beiden Kontinente miteinander. Vor rund 20 Millionen Jahren bildeten Ägypten, Sinai und die Arabische Halbinsel ein zusammenhängendes Land. Dann führten riesige Erdumwälzungen zur Trennung der Landesteile und die südliche Halbinsel Sinai wurde durch zwei grosse Golfe getrennt: den Golf von Suez im Westen, dessen tiefste Stelle kaum 95 Meter beträgt und den Golf von Aqaba im Osten, der ca. 1800 Meter Tiefe erreicht. Unbemerkt von einer fernen Öffentlichkeit haben sich hier moderne Siedlungen entwickelt. Trotzdem hat die Halbinsel noch immer ihren besonderen Reiz: Die Erinnerungen an biblische Ereignisse lassen diese wunderbare Landschaft in einem mystischen Licht erscheinen.